Kennen Sie den Unterschied zwischen Fugenarten – und wählen Sie die richtige für Ihr Mauerwerk

Die richtige Fuge entscheidet über Schutz, Haltbarkeit und das Erscheinungsbild Ihres Mauerwerks
Maurer
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4 min
Fugen sind nicht nur funktional, sondern auch ein wichtiges Gestaltungselement jeder Fassade. Erfahren Sie, welche Fugenarten es gibt, worin sie sich unterscheiden und wie Sie die passende Lösung für Ihr Mauerwerk finden – für ein dauerhaft schönes und widerstandsfähiges Ergebnis.
Louisa König
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König

Kennen Sie den Unterschied zwischen Fugenarten – und wählen Sie die richtige für Ihr Mauerwerk

Die richtige Fuge entscheidet über Schutz, Haltbarkeit und das Erscheinungsbild Ihres Mauerwerks
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Fugen sind nicht nur funktional, sondern auch ein wichtiges Gestaltungselement jeder Fassade. Erfahren Sie, welche Fugenarten es gibt, worin sie sich unterscheiden und wie Sie die passende Lösung für Ihr Mauerwerk finden – für ein dauerhaft schönes und widerstandsfähiges Ergebnis.
Louisa König
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Fugen sind weit mehr als nur der „Kleber“ zwischen den Ziegeln – sie prägen das Erscheinungsbild einer Fassade und tragen entscheidend zu ihrer Haltbarkeit bei. Die Wahl der richtigen Fugenart beeinflusst, wie gut eine Mauer Feuchtigkeit, Frost und Witterung standhält. Wer also eine Fassade sanieren oder neu verfugen möchte, sollte die Unterschiede der gängigen Fugenarten kennen. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt, um die passende Fuge für Ihr Mauerwerk zu wählen.

Warum Fugen so wichtig sind

Etwa 15 bis 20 Prozent der sichtbaren Mauerwerksfläche bestehen aus Fugen. Sie schützen die Ziegel vor Feuchtigkeit, Schmutz und Temperaturschwankungen und bestimmen zugleich den optischen Charakter einer Wand. Eine fachgerecht ausgeführte Fuge kann die Lebensdauer des Mauerwerks erheblich verlängern, während eine ungeeignete Fugenart oder eine schlechte Ausführung zu Schäden wie Abplatzungen, Rissen oder Durchfeuchtung führen kann.

Bei der Wahl der Fugenart sollten Sie die Art der Ziegel, das Alter des Gebäudes und die klimatischen Bedingungen berücksichtigen. In Norddeutschland etwa, wo Fassaden häufig starkem Regen ausgesetzt sind, gelten andere Anforderungen als in trockeneren Regionen.

Die gängigsten Fugenarten

Es gibt verschiedene Fugenprofile, die sich in Funktion und Optik unterscheiden. Die wichtigsten sind:

  • Glattfuge (bündige Fuge) – Die Mörtelfläche wird bündig mit der Ziegeloberfläche abgezogen. Das ergibt ein modernes, ebenes Erscheinungsbild, ist aber etwas anfälliger für stehendes Wasser.
  • Zurückliegende Fuge – Der Mörtel wird leicht vertieft eingebracht. Dadurch treten die Ziegel stärker hervor, was besonders bei historischen Fassaden beliebt ist. Allerdings kann sich hier leichter Feuchtigkeit ansammeln.
  • Wulstfuge (konvexe Fuge) – Der Mörtel wird halbrund nach außen geformt. Diese Fugenart leitet Regenwasser besonders gut ab und ist daher ideal für stark bewitterte Fassaden.
  • Schrägfuge – Der Mörtel wird schräg nach außen abgezogen, sodass Wasser gut ablaufen kann. Diese Fugenform wird häufig im Sockelbereich oder an wetterexponierten Mauern verwendet.
  • Schlämm- oder Kalkfuge – Hier wird die Fassade mit einem dünnen Kalkmörtel überzogen, der die Fugen teilweise abdeckt. Das ergibt ein gleichmäßiges, weiches Erscheinungsbild, wie man es oft bei historischen Gebäuden findet.

Der richtige Mörtel

Nicht nur die Fugenform, auch die Mörtelzusammensetzung ist entscheidend. Grundsätzlich sollte der Mörtel immer etwas weicher sein als der Ziegel, damit Bewegungen im Mauerwerk ausgeglichen werden können.

  • Kalkmörtel eignet sich besonders für ältere Gebäude mit weichen Ziegeln. Er ist diffusionsoffen und ermöglicht, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen kann.
  • Zementmörtel ist härter und wasserabweisender, aber für historische Ziegel oft zu starr. Er wird vor allem bei modernen, hart gebrannten Steinen eingesetzt.
  • Kalk-Zement-Mörtel kombiniert die Vorteile beider Varianten und ist eine gute Wahl für viele Standardfassaden.

Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem Maurer oder Restaurator beraten – insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden.

Pflege und Instandsetzung

Auch die beste Fuge hält nicht ewig. Frost, Regen und Temperaturschwankungen führen mit der Zeit zu Abnutzung. Typische Anzeichen für sanierungsbedürftige Fugen sind:

  • bröckelnder oder poröser Mörtel
  • Risse zwischen Ziegel und Fuge
  • dunkle Feuchtigkeitsflecken oder Algenbewuchs
  • Abplatzungen oder lose Putzstellen

Bei einer Neuverfugung muss der alte Mörtel sorgfältig entfernt werden, ohne die Ziegel zu beschädigen. Anschließend wird die neue Fuge mit passendem Mörtel und Profil eingebracht. Arbeiten sollten nur bei trockener Witterung und Temperaturen über fünf Grad Celsius erfolgen.

Ästhetik und Architektur

Die Fugenart beeinflusst maßgeblich den Charakter einer Fassade. Eine glatte Fuge wirkt modern und klar, während eine zurückliegende oder geschlämmte Fuge besser zu traditionellen Gebäuden passt. Wer ein älteres Haus besitzt, sollte prüfen, welche Fugenform ursprünglich verwendet wurde – das erhält den architektonischen Stil und steigert den Wert des Gebäudes.

So finden Sie die passende Fuge

Bevor Sie sich für eine Fugenart entscheiden, bedenken Sie folgende Punkte:

  1. Alter und Stil des Gebäudes – Die Fuge sollte zur Architektur passen.
  2. Härte der Ziegel – Der Mörtel muss weicher sein als der Stein.
  3. Witterungseinflüsse – Bei stark bewitterten Fassaden sind wasserableitende Fugenformen empfehlenswert.
  4. Pflegeaufwand – Manche Fugenarten erfordern regelmäßige Wartung.

Mit der richtigen Fugenart und einem passenden Mörtel schaffen Sie nicht nur eine optisch ansprechende, sondern auch langlebige Fassade – und sorgen dafür, dass Ihr Mauerwerk viele Jahre in bestem Zustand bleibt.

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